Projekte in Nepal
Community school:
Eine gelungene Möglichkeit guter Schulbildung in Nepal
(Dies ist eine Mischung aus der Selbstdarstellung von CCODER, Übersetzung von Berichten und eigenen Gedanken)Die folgende Übersicht ist das Ergebnis:
- eines einwöchigen Aufenthaltes im Dorf Majh goum, wo ich in einer Bauernfamilie gewohnt habe und die dortige community-school Nuwakot besucht habe,
- einer dreiwöchigen Gesprächs- und Arbeitsphase im Büro von CCoder in Kathmandu, die gefüllt war mit Informationsgesprächen, Diskussionen und konzeptioneller Planung,
- eines dreitätigen workshops mit den 11 Lehrern der community school Nuwakot.
Während meines Besuches im Dorf habe ich die Schule besucht (135 Schüler aus dem Dorf, dem benachbarten Dorf Devighat und angrenzenden Dörfern), habe außerdem eine kleine Mühle, wo alle Mitglieder ihr Korn mahlen konnten, ein kleines Lebensmittelgeschäft, eine Molkerei und ein Versammlungshaus für die Gemeinde besichtigen können und bin täglich über befestigte Wege gegangen, die alle von den Mitgliedern der Community selbst gebaut worden waren. Mir ist dabei anschaulich deutlich geworden, wie sehr die community school Teil eines Konzeptes ist, das zu einer umfassenden Entwicklung des gesamten Dorfes führt.Gründer und Träger der community school sind die Mitglieder eines Zusammenschlusses mehrerer Dörfer, die an dem Entwicklungsprogramm teilnehmen (Community Development Communitees, CDC). Alle Ausschüsse werden beraten und angeregt durch das Center of Community Development und Research (Zentrum für Dorfentwicklung und deren Erforschung) (CCODER) in Kathmandu.
Die Dörfer, die sich zu einem regionalen Verbund zusammengeschlossen haben, haben folgende Instrumente zur Entwicklung der Dörfer aufgebaut:
- Eine Bank, welche kleinere Darlehen an die Mitglieder vergeben kann, damit sie am Programm der Einkommensentwicklung teilnehmen können;
- Ein Geschäft
- Eine Molkerei
- Ein Tourismus-Programm, das darauf abzielt, dass die Gewinne aus dem Trekking-Tourismus den Gemeinden zugute kommen, und gleichzeitig den Kontakt zwischen der Bevölkerung und den Touristen ermöglicht,
- Ein Programm zur Anpflanzung und Verarbeitung von medizinischen Heilpflanzen (die in Deutschland z.T. für teure ajurwedische Marktartikel verwendet werden),
- Die Community-Schule.
- Zur Zeit geht es um die Entwicklung einer mobilen Krankenstation und den Aufbau eines Krankenversicherungssystems für die Dörfer.
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Wer oder was ist CCODER?
Ich übersetze aus einer Broschüre von CCODER:Das Center for Community Development and Research (Zentrum für Dorfentwicklung und dessen Erforschung) (CCODER), 1990 von Govinda Prasad Dhital gegründet, ist von der nepalesischen Regierung als unabhängige, non-profit, non-government-Organisation (ngo) anerkannt. CCODER ist eine Institution von engagierten social workers, die an das Konzept einer selbstständigen Entwicklung von Unterprivilegierten durch Unterprivilegierte glauben.
CCODER arbeitet zur Zeit in fünf Berg-Distrikten Nepals and hat kleine Ortsgemeinden darin unterstützt, fast 150 Dorf-Organisationen zu gründen (Community Development Committees, CDCs)...
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Unsere Vision:
CCODER ist davon überzeugt, dass nur selbstständiges und selbstverantwortliches Handeln einer Dorfgemeinschaft und deren Mitglieder zu einem langfristigen Prozess effektiver Entwicklung führen kann. Dieser Prozess muss sowohl Männer und Frauen, als auch alle beruflichen wie ethnischen Gruppen einschließen. (Der Hinweis auf Berufsgruppen ist im Zusammenhang des Kastenwesens in Nepal zu verstehen. Anmerkung des Übersetzers)Unser Ziel ist eine ganzheitliche menschliche Entwicklung. Die Verbesserung der Lebensbedingungen armer and benachteiligter Menschen ist nur möglich, wenn die soziale und die wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand mit einer institutionellen Entwicklung geht.
CCODER hat deshalb ein dreifaches Modell der Unterstützung entwickelt:
- Erziehung um Menschen aufzuwecken
- Organisation um Menschen zu befähigen
- Soziale und ökonomische Entwicklung durch die gemeinsame Aktivität einer Gruppe.
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CCODER´s Community-Schulen Qualifizierte Bildung für alle
Erziehung und Bildung sind der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Leider gibt es in Nepal keinerlei tragfähige Grundlage für eine gesicherte Basis-Bildung. Nepal hat eine der höchsten Analphabetenraten der Welt, insbesondere in den ländlichen Gebieten und in der weiblichen Bevölkerung. Viele Eltern sind sich darüber im Klaren, dass die öffentliche, staatliche Bildung völlig unzureichend und höchst politisiert ist. Entsprechend niedrig ist das Ansehen der Lehrer, entsprechend schlecht bestellt ist es auch um die Motivation und die Disziplin der Schüler und Schülerinnen.Um sicher zu sein, dass auch die ärmsten Eltern ihre Kinder zur Community-Schule schicken können, ist eine finanzielle Unterstützung durch CCODER möglich. Eltern können ein Jahres-Stipendium für ihre Kinder bekommen, wenn sie gleichzeitig bereit sind, eine aktive Rolle bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu spielen. Sie können z.B. bei einem der Einkommensprogramme teilnehmen und können auch dafür ein kleines Darlehen und/oder entsprechende Trainings bekommen.
In der Regel sind sie nach zwei oder drei Jahren dann in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen.
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Meine Erfahrungen
Ich war eine Woche lang Gast in einer Bauernfamilie in Majh goum, habe dort den Alltag der Familie mitgelebt, und bin täglich mit den Kindern zusammen zur Schule gegangen. Dort habe ich die ersten zwei Tage einfach nur zugeguckt und in den Pausen mit den Lehrern gesprochen. Ab dem dritten Tag habe ich dann die ein oder andere Stunde selbst übernommen (einfache English conversation, oder Lektionen in Sachkunde in Englisch) und vor allem viel mit den Kindern gesprochen.Mich hat die außerordentlich gute Atmosphäre in der Schule beeindruckt: kleine Klassen, Kinder, die fröhlich zur Schule gingen, gerne lernten (!) und stolz darauf waren. Die Lehrer wurden geachtet, aber nicht gefürchtet.
Aufgefallen ist mir natürlich auch eine Art des Lernens, die uns mittelalterlich anmuten mag: Schulbücher, die inhaltlich und vom Vokabular her weit über den Horizont der Schüler gehen (von der Regierung vorgeschrieben) und ein methodisches Vorgehen, das sich an der klassischen Form lehrerzentrierten Unterrichts orientiert (und in Nepal sicher auch begünstigt wird durch die jahrhunderte-alte Tradition der Mönchsschulen, wo die Schüler durch ständiges lautes Lesen und Rezitieren Inhalte wörtlich auswendig lernen). Darüber habe ich viel mit dem Kollegium gesprochen, das sich höchst interessiert daran zeigte, andere Lern- und Lehrmethoden kennenzulernen. Man muss dazu anmerken, dass in Nepal üblicherweise kein einziger Lehrer auch nur eine einzige Stunde in Methodik und Didaktik ausgebildet wird.
Nach dieser Woche bin ich zurück nach Kathmandu und habe dort drei Wochen lang, als Gast in der Familie von Govinda Dhital, täglich 4 Stunden im CCODER-Büro verbracht, habe mich über das nepalische Schulsystem und die Konzeption von CCODER informiert, habe einen kleinen Bericht über die Schulkonzeption von CCODER angefertigt und mit den Mitarbeitern zusammen überlegt, wie man die Community-Schulen langfristig unterstützen und weiterentwickeln kann. Das Ergebnis ist ein langfristiger Fortbildungsplan für die Lehrer und ein erstes dreitätiges Seminar, zu dem wir die 11 Kollegen aus der Schule in Nuwakot eingeladen haben (,die sehr engagiert und zufrieden, mit konkreten Plänen für das beginnende Schuljahr, wieder zurück in ihre Schule gingen).
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Mein Anliegen
Ich habe die Zeit bei CCODER und auf dem Dorf als äußerst lebendig und ermutigend erfahren und habe große Lust, die Entwicklung der community school weiter zu unterstützen. Zunächst mal durch ständigen Kontakt nach Nepal, auch indem ich regelmäßig leichte und konkrete Methodenbeispiele dorthin schicke (meine Kollegen helfen mir dabei). Dann aber auch, indem ich Freunde und Verwandte um emotionale und finanzielle Unterstützung bitte.Emotional heißt für mich, dass sowohl die Schüler und Lehrer dort spüren, dass wir hier Anteil nehmen, als auch dass wir hier das Gefühl nicht verlieren, wie wichtig es ist, uns als Menschen im reichen Europa mit den Menschen anderswo auf der Welt verbunden zu fühlen. (Wir hier in den reichen Industrieländern leben ja eher in einer Ausnahmesituation mit unserm Lebensstandard; der große Teil der Weltbevölkerung lebt anders und kann uns übrigens doch auch so viel geben, an Herzlichkeit, Menschlichkeit, Fröhlichkeit!).
Zum Finanziellen ist zu sagen, dass CCODER sowohl von Misereor als auch vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED) unterstützt wird. Misereor ist engagiert beim Heilpflanzenprogramm, der DED hat gerade für drei Jahre eine Mitarbeiterin zur Entwicklung des Tourismus-Programms in Kathmandu angestellt. Für die Schule gibt es bisher kaum regelmäßige finanzielle Unterstützung von außen. Mit 200,- DM kann man den Schulbesuch eines Kindes für ein ganzes Jahr finanzieren, ermöglicht damit auch die Einstellung von Lehrern und hilft einer Familie, langfristig am Einkommensprogramm teilzunehmen.
Deshalb werbe ich freundlich darum, dies Projekt zu unterstützen. Man kann seine Spende sicher loswerden (und auch sicher sein, dass sie der Schule zugute kommt), indem man sie einzahlt an:
Spendenkonto
Kath. Kirchengemeinde St. Ludwig, IbbenbürenKontonummer: 4937 Stichwort Schule in Nepal
Sparkasse Ibbenbüren (BLZ 40351060)
Name und Adresse vermerken, damit man auch eine Spendenquittung bekommt, und auf keinen Fall das Stichwort Schule in Nepal vergessen.
Misereor hat uns zugesagt, die Abwicklung der Überweisung zu übernehmen (ist billiger, weil die schon mit CCODER im Geschäft sind).
Ihr könnt auch, wenn ihr wollt (und unserer Schule ein bisschen PR-Erfolg vermitteln wollt), das Geld an unser Nepalkonto in der Schule schicken, das eigens nur für das Nepal-Projekt eingerichtet worden ist. Auch hier bitte Namen und Adresse nicht vergessen, damit ihr eine Spendenquittung bekommt:
Kepler-Gymnasium
Konto-.Nr. 72502081
Kreissparkasse Steinfurt (BLZ 40351060)